31. Oktober 2017

Mitten im Herbst...

...mitten in der Spur, mit Regen, Nebel und Kühle.


Das Laub im Garten verfängt sich in den Beeten,
was eine bunte und zauberhafte Optik ergibt.





Der Wind pustet die Blätter von unserem schönen und
seltenen Lebkuchenbaum, von der nachbarlichen Hecke,
vom Apfelbäumchen, der Teufelsspiere durcheinander durch
die Luft, bis sie schließlich irgendwo verwirbelt landen.

Doch die wenigen Blumenzwiebeln - Tulpen und großkugeliger Zierlauch -
wollen auch Plätzchen in der Erde finden. Zwiebeln, die dieser Tage bei
Sonnenschein vergraben worden waren, während dem goldenen Oktober...

...es machte mir ein wenig Freude im Garten zu werkeln und
insgeheim zu träumen, dass sich die Mühe dann auszahlt, wenn die
Blumen im Frühjahr dann schließlich austreiben werden.

Es ist jedoch eine überschaubare Anzahl von Fleckchen, die dann blühend
in Erscheinung treten werden. Doch übers Jahr verteilt
kommen dann ergänzend in die Balkonkästen verschiedenes am Pflanzen
hinzu und nicht zu vergessen der ehrgeizige Plan grüne Tomaten zu ziehen!







Das Licht bot Magie.

Aufnahmen die aus dem Archiv stammen aber auch aktuell aufgenommene sind dabei.
Bilder vom Chiemsee, von einem Spaziergang in Augsburg an der
Kahnfahrt und aus dem eigenen Garten.

Stimmungen, die sich unvergleichlich nur derart im Herbst offenbaren.
Ist es das Ahnen der Vergänglichkeit bevor der Winter Einzug hält?

- Der Post ist verlinkt mit Paleica`s  Motto  geheimnisvoll -







Eines meiner persönlichen Lieblingsgedichte, das mir willkommen
abschließend für diesen Post in den Sinn kam. Rilke umfasst lyrisch
und wortgewaltig unsere Gefühle, die der
Herbst wohl mit sich bringen mag.

Herr: Es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
Und auf den Fluren lass` die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.

Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.


(1875 - 1926), René Karl Wilhelm Johann Josef Maria,
österreichischer Erzähler und Lyriker


Habt es alle fein!

Heidrun


27. Oktober 2017

Do you know Kozo!?

::: Kunst in Köln I. :::

Ein Post, der im Großen und Ganzen vorbereitet war - allerdings kommt
es im Leben meistens anders als frau denkt. Gestern überraschte
mich unvorbereitet ein Kreislaufzusammenbruch in meinem Jöbchen.
Mein Mann musste mich abholen.

Daher bitte ich um Verständnis, dass meine Kommentare im Kreise
der Zitate-Freunde diesmal wohl länger dauern werden, beziehungsweise
sich in die kommende Woche hinziehen dürften.

Ich bin noch nicht so richtig fit!



Baumwolle, Hanf, Kozo und Transparentpapier.
Die Materialien, mit denen ich in Köln bei Traudel Stahl
arbeiten konnte.

Kozo.

Kozo, so wird der innere Bast des Papiermaulbeerbaums (Broussonetia
papyrifera) genannt. Es ist im Übrigen eine der drei traditionellen japanischen
Bastfasern zur Papierherstellung. Diese Bastschicht des Papiermaulbeerbaums
wurde in China, Korea und dann später Japan für die Papierherstellung genutzt.

Bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. stellte man in China daraus einen Faserbrei
her, der mit Kleister vermengt, getrocknet und geglättet Papier ergab,
das zum Beschreiben sowie für Laternen verwendet wurde.

Man geht davon aus, dass die Technik der Papierherstellung aus dem
Papiermaulbeerbaum ab dem 2. Jahrhundert auch in Korea bekannt war
und im 6. Jahrhundert von einem koreanischen Mönch nach Japan
gebracht wurde. In Thailand (Siam) wurde später diese Art der
Papierherstellung ebenfalls bekannt und das Papier Saa genannt.

Die Pulpe ist mit anderen Worten also eine Masse zur Papierherstellung






Der Papyrer

Holzschnitt aus: Jost Amman (1539-1591): Eygentliche Beschreibung
aller Stände auff Erden hoher und nidriger, geistlicher und weltlicher,
aller Künsten, Handwerken und Händeln ... 
(erstmals Frankfurt am Main 1568; auch bekannt als: Das Ständebuch)
Im Buch wird das Bild von folgendem Text von Hans Sachs begleitet:

Ich brauch Hadern zu meiner Mül
Dran treibt mirs Rad deß wassers viel,
Daß mir die zschnitn Hadern nelt,
Das zeug wirt in wasser eingequelt,
Drauß mach ich Pogn auff de filtz bring,
Durch preß das wasser darauß zwing.
Denn henck ichs auff, laß drucken wern,
Schneeweiß und glatt, so hat mans gern.

Hadern = Lumpen;
nelt = Druckfehler für melt: mahlt;
Pogn = Bogen; preß = Pressen; drucken = trocken

Eygentliche Beschreibung aller Stände auff Erden hoher und nidriger,
geistlicher und weltlicher, aller Künsten, Handwerken und Händeln .. ..



   . : .

Zitat im Bild.

Jede Woche heißt es, sich Gedanken machen. Den Alltag, Gefühle
in Wort und Bild harmonisch, lustig, gedankenvoll, inspirierend,
nachdenkenswert und schön umzusetzen.
Ein schönes Projekt von Nova; bei ihr findet man weitere
Blogger, die sich mit dem Thema beschäftigt haben.

. : .
 : 





Meiner Devise gemäß folgend:
„Denn Wachsen ist ja das Allerschönste auf dieser Erde“

hatte ich mich vor einiger Zeit für den Kurs rund um Papierskultuen
interessiert und schließlich in Köln gebucht.

Es handelt sich übrigens um einen Satz, den Paula Modersohn-Becker einst schriebund sie drückt das aus, was ich persönlich genauso fühle und denke:
Neugierig zu sein und offen für alles was mich umgibt zu bleiben!

Nun stand der Termin im September an, mein Kurs rund um die Papierskulturen in Köln vor der Tür. Es fiel mir schwer zu fahren wegen der Fanny, doch wusste ich sie in den allerbesten Händen meines Mannes.


Übernachten durfte ich glücklicherweise bei einer lieben Freundin und die Anreise hatte ich mir mit dem Zug gebucht.

Davon poste ich nun zwei Posts.
Die Bilder sind nicht so doll, die hatte ich
nämlich schnell mit dem Handy geknipst!






Im Herbst steht in den Gärten die Stille,
für die wir keine Zeit haben.


(1870 - 1928), dt. Journalist und Schriftsteller, entstammte einer französischen Emigrantenfamilie, war Berliner Feuilletonist, Auslandskorrespondent für das "Berliner Tageblatt" und satirischer Moralist




Ich wünsche allen ein angenehmes Herbstwochenende...
...habt es alle fein, wünscht

Heidrun










26. Oktober 2017

Monatsrückblick...

...

Was [emp]fand ich im Oktober?



Es wird wieder Zeit für den üblichen Blick über die Schulter,

zeitlich nach hinten, dem Monatsrückblick bei Birgitt.

Schwuppdiwupp verging der Monat, es war hier in der Region wahrlich

ein goldener Oktober, wie es im Buch steht - landläufig gesprochen.

Und ein intensives Leben und Erleben.

Verschiedenes steht ohnehin in den einzelnen Posts für den Monat Oktober,
was jedoch in keinem Post zu finden war, erzähle ich wie immer
noch nebenbei
hier zum Monatsrückblick.




Zum Beispiel rund um die Kunst...

...die verschiedenen Kurse u.a. in der Thierhauptener Museumsmühle in der
Papierwerkstatt. Oder überhaupt meine Kunstwerke, meine Papierskulpturen!

Die kamen nämlich im Oktober per Post bei mir in Augsburg an.

Werke, die ich im Atelier bei Traudel Stahl im September kreiert hatte,
wo ich die Materialien kennenlernen durfte und vor allem die Technik,
den Umgang in der Fertigung.

Die Reise nach Köln war zu diesem Zeitpunkt eine große körperliche
Herausforderung gewesen, es war sehr anstrengend für meine angeschlagene
Konstitution - trotzdem mit Stolz gesagt, ein Gewinn für mich in jeder Hinsicht.

Der Umgang mit der Papierpulpe, das Arbeiten mit Fasern, Blüten und zarten Halmen, die ich zu den nachfolgenden Schalen geformt hatte, was sich für mich zu einer wundervollen Erfahrung eröffnete und ich nicht missend wollte.

Bilder dazu demnächst...

Wir sind immer auf dem Wege und müssen verlassen,
was wir kennen und haben,
und suchen,
was wir noch nicht kennen und haben.


(1483 - 1546), deutscher Theologe und Reformator




Habt es fein & liebe Grüßle von

Heidrun


24. Oktober 2017

Wanderlust!

Ein englisches Wort, das für Reiselust in der
Übersetzung zu finden ist. 


Und uns steht der Sinn unterwegs zu sein.

Nach dem Verlust unserer geliebten Katze treibt es uns aus dem Hause.
Wen wundert es?!

Was macht ihr, um Kummer zu vertreiben?

Auf jedem Fall buchten wir kurzentschlossen eine Busfahrt, eine Flusstour
über Kelheim auf der Altmühl. Es war ein sonniger und ganz herrlicher Tag.
Das Altmühltal, eine wahrhafte Schatztruhe an Natur und historischen Kleinoden.
Es lohnte, wir bekamen für einen Tag den Kopf frei.

Wissenswertes stiftete übrigens Wikipedia.



Kelheim.

Durch Ausgrabungen kann eine Besiedelung der Umgebung seit dem Neandertaler nachgewiesen werden. Im Stadtgebiet befinden sich bronzezeitliche Grab- und Siedlungsfunde (etwa 2.000 v. Chr.), ein bedeutendes Urnengräberfeld (etwa 800 v. Chr.) und hallstattzeitliche Gräberfelder.

Zwischen dem dritten und ersten vorchristlichen Jahrhundert befand sich auf dem Michelsberg ein spätkeltisches Oppidum namens Alkimoennis. Mit einer Fläche von 650 Hektar war es das zweitgrößte im Süden Deutschlands. Ebenso gibt es Funde aus der Römerzeit und Ausgrabungen einer bajuwarischen Siedlung (etwa 600 n. Chr.). Der Krieger von Kelheim ist ein Fund aus der Merowingerzeit.




In der Stille

Wieviel Schönes ist auf Erden
unscheinbar verstreut;
möcht ich immer mehr des inne werden;
wieviel Schönheit, die den Taglärm scheut,
in bescheidnen alt und jungen Herzen!

Ist es auch ein Duft von Blumen nur,
macht es holder doch der Erde Flur,
wie ein Lächeln unter vielen Schmerzen.

(1871 - 1914), deutscher Schriftsteller, Dramaturg,
Journalist und Übersetzer 






Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 866. 879 war Kelheim Sitz der Kelsgaugrafen. Im 11. Jahrhundert kam es in den Besitz der Wittelsbacher. Die Stadtrechte wurden Kelheim (Cheleheim) 1181 durch den Bayernherzog Otto I. verliehen. Bis zur ungeklärten Ermordung seines Sohnes Ludwig, genannt der Kelheimer, im Jahre 1231 auf der Donaubrücke war die Stadt eine der bevorzugten Residenzen des bayerischen Herzogsgeschlechts.


Auch nach der Verlegung des Regierungssitzes nach Landshut erfuhr die Stadt an dem wichtigen Donauübergang eine bevorzugte Förderung durch die Wittelsbacher. Sie entwickelte sich zu einem wichtigen Warenumschlagsplatz für Wein, Salz, Fisch, Vieh, Steine und Holz.


Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt am 3. November 1633 vom schwedischen Heer des Herzogs Bernhard von Sachsen-Weimar besetzt und zu einer wichtigen Durchgangsstation beim Versuch der Schweden, Regensburg zu erobern. Hier fanden die Schweden nicht nur eine große Menge Proviant vor, hier wurde auch die Teilung des Heeres vollzogen in zwei Teilheere, die dann bei den Kämpfen um Regensburg die Reichstadt auf beiden Ufern der Donau von Süden und von Norden her erreichen konnten.

Das Übersetzen eines Teilheeres und später auch das Übersetzen der Kanonen und des Nachschubs auf das östliche (in Regensburg südliche) Donauufer konnte hier deshalb gut vollzogen werden, weil eine Fähre vorgefunden wurde, mit der man 60 Pferde gleichzeitig übersetzen konnte. Am 26. Juni 1634 wurde die Stadt von bayerischen Truppen wieder zurück erobert.







Riedenburg.

Die früheste schriftliche Erwähnung des Ortsnamens „Ritenburg“ stammt aus dem Jahr 1111. Als Markt erscheint der Ort erstmals nach 1231 und wird 1329 erstmals als Stadt genannt. Als Grafen der westlichen Donauauen herrschte das Geschlecht der Grafen von Riedenburg (Barbonen) etwa ab 970.

Daneben führten sie als kaiserliche Burggrafen das Kommando in der Reichsfestung Regensburg. Zwei Grafen von Riedenburg sind als Minnesänger im Codex Manesse abgebildet. Wenn sie auch nicht die Gründer waren, so werden sie doch die ersten geschichtlich bekannten Schützer und Förderer des Ortes gewesen sein. Er lag unter ihrer Obhut geborgen innerhalb der Wehr- und Sperrmauern ihres Burgberges und entwickelte sich nach ihrem Aussterben 1196 unter den Wittelsbachern zu bescheidener Blüte. Riedenburg war nach dem ältesten Urbar von 1224 Amtssitz (Amt ze Ritenburc).

Im Jahre 1333 erschien erstmals ein Riedenburger in einer Stiftsurkunde als Bürger. Das Siegel mit dem heutigen Stadtwappen (der ehemaligen Herren von Riedenburg) kam bereits 1336 vor. Im Bauernkrieg 1525 tat sich besonders der Pfleger von Riedenburg Erhard von Muggenthaler hervor und wurde gefangen genommen. Riedenburg wurde im Dreißigjährigen Krieg von 1632 bis 1634 und 1648 von den Schweden schwer heimgesucht.

Das alte Rathaus, heute Fremdenverkehrsamt (Haus des Gastes), in der Mitte der Altstadt, stammt aus dem Jahre 1731. Im Spanischen Erbfolgekrieg wurden 1703 Markt und Festung von den Österreichern geplündert, und 1745 schlug General Graf Bärenklau dort sein Winterquartier auf. 1796 nahm Erzherzog Karl mit Mann, Ross und Wagen seinen Weg über den Tachenstein.








Älteste erhaltene Abbildung der Burg Prunn; Ausschnitt aus einer Grenzkarte des Herzogtums Pfalz-Neuburg Der älteste bekannte Besitzer war Wernherus de Prunne, der mitsamt seiner Burg 1037 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

1147 ging die Burg an die Herren von Laaber aus der Seitenlinie der Praiteneck, von denen zahlreiche Bautätigkeiten ausgingen. Auf sie geht die älteste erhaltene Bausubstanz, bestehend aus Bergfried und Palas, zurück.




1288 wurde die Burg an Herzog Ludwig II. von Bayern verkauft, der sie dem Verkäufer Wernherr von Praiteneck als Lehen zurückgab. Die Erwähnung eines Hauses Fraunberger zu Prunn 1311 lässt darauf schließen, dass die Burg Prunn im frühen 14. Jahrhundert den Besitzer gewechselt hatte. 1338 wurde die Anlage der Familie Fraunberger vom Haag verkauft. Sie ließ das noch sichtbare „Gurrenwappen“ an der südlichen, zum Tal zeigenden Fassade anbringen.

Hans VI. von Fraunberg ließ die Anlage spätgotisch in der Zeit von 1426 bis 1476 erweitern. Als Wolf Fraunberger dem Löwlerbund beitrat, soll dies der bayerische Herzog Albrecht IV. zum Anlass genommen haben, die Burg im Dezember 1491 durch seine Truppen erstürmen zu lassen. Sollte die Erstürmung tatsächlich stattgefunden haben, muss sie ohne Beschädigung oder gar Schleifung der Burg vonstatten gegangen sein, denn Nachrichten über einen Wiederaufbau in der Folgezeit sind nicht überliefert.

Im 15. Jahrhundert war Burg Prunn vorübergehend im Besitz des Geschlechts von Gumppenberg, kehrte jedoch in den Besitz der Fraunberger zurück. Mit dem Erlöschen des Hauses Fraunberg vom Haag zu Prunn fiel die Burg an den bayerischen Herzog zurück, der sie schon 1570 für 18.000 Gulden an Karl Köckh zu Mauerstetten und Bodenmais verkaufte. 1567 oder 1569[2] fand Wiguleus Hund, Humanist und Geschichtsschreiber Herzog Albrechts V. von Bayern, auf der Burg eine Handschrift des Nibelungenliedes, den sogenannten Prunner Codex, und schenkte sie 1575 seinem Arbeitgeber.

Die Handschrift (BSB-Hss Cgm 31) befindet sich in der Bayerischen Staatsbibliothek in München. Aus der Zeit um 1600 stammt die erste erhaltene Abbildung der Burganlage. Ihre Südseite ist auf einer Grenzkarte des Herzogtums Pfalz-Neuburg zu sehen. Die Köckhs zu Mauerstetten erweiterten die Burg in der Zeit ab 1604 durch einen neuen schlossartigen Anbau, der den Palas mit dem Bergfried verband. Dabei wurde die romanische Ringmauer als östliche Außenmauer des neuen Gebäudes genutzt.

Weitere Instandsetzungsarbeiten folgten 1631 im Stil der Renaissance, wobei weniger auf Authentizität als auf Wohnlichkeit Wert gelegt wurde. Von diesen Arbeiten, die vor allem im Inneren vorgenommen wurden, zeugt eine Inschrift sowie das Allianzwappen Christoph von Köckhs zu Prunn und seiner Frau Maria am gotischen Wohnbau. Burg Prunn nahm in dieser Zeit immer mehr einen Schlosscharakter an.

Heute wird deshalb oft auch der Name Schloss Prunn gebraucht, obwohl die Anlage wegen der mittelalterlichen Entstehung und der ursprünglichen Bausubstanz eindeutig eine Burg ist. Der Dreißigjährige Krieg setzte dem finanziellen Wohlstand der Köckhschen Familie ein Ende, und so ging die verschuldete Hofmark 1646 in den Besitz des Feldmarschalleutnants Georg von Truckmiller über, der die beschädigten Gebäude reparieren ließ.

Burg Prunn auf einem Kupferstich von Michael Wening um 1700 Bereits 1672 fand ein erneuter Besitzerwechsel statt: Die Jesuiten aus Ingolstadt kauften „Schloss und Hofmark“. Der Orden führte weitere Umgestaltungen und Erweiterungen am Baubestand durch. Nach Aufhebung des Jesuitenordens 1773 wurde Burg Prunn den Johannitern überlassen. Deren Kommende wurde jedoch 1822 aufgelöst, womit die Burg ein weiteres Mal an die Krone Bayerns zurückfiel. 1827 setzte sich König Ludwig I. von Bayern in der Epoche der Romantik für den Erhalt der Burganlage als historisches Denkmal ein, indem er Sicherungsarbeiten durchführen ließ.

Ende des 19. Jahrhunderts erfolgten weitere Instandsetzungsmaßnahmen. Trotzdem verwahrloste die Anlage. 1919 fand ein Pfadfindertreffen statt, das durch das Prunner Gelöbnis der Neupfadfinder prägend für die gesamte Pfadfinderbewegung in Deutschland wurde. 1946 kam die Burg in den Besitz der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen. Sie ließ 1950/51 Restaurierungsarbeiten durchführen.

Dabei wurden spätgotische Merkmale wiederhergestellt und zahlreiche Bauelemente aus der Zeit des 19. Jahrhunderts entfernt. Vereinzelt wurden Putzspuren mit nachgeahmten Mauerfugen entdeckt.

In der Zeit von 2007 bis Mai 2010 wurde die Anlage für rund 2,7 Millionen Euro vom bayerischen Staat saniert.





Die Holzbrücke bei Essing ist eine Spannbandbrücke, die bei Essing in der Nähe von Kelheim Fußgänger und Fahrradfahrer über den Main-Donau-Kanal führt.

Die nach sieben Planungsjahren 1986 errichtete Brücke war mit 189,91 m die längste Holzbrücke Europas, bis sie 2006 vom Drachenschwanz in Ronneburg abgelöst wurde. Speziell an der vor Ort als Tatzelwurm bezeichneten Brücke ist die Verwendung von Brettschichtholz als Spannband.









Habt es fein, ich wünsche einen angenehmenMittwoch
und sende liebe Grüßle

Heidrun


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