9. August 2017

So dies und das...

...was sich in meinem Leben bewegt!

Punkt, Punkt, Komma, Strich fertigt ist das Mondgesicht...
sagten wir als Kinder! Wie wundervoll Kinder ihre Gedanken
ausdrücken können, bemerkte ich erneut beim Thementag
"Der Zirkus kommt in die Stadt!"
Was ich ich hier gerne mit euch teilen möchte

Alles - nur nicht alltäglich

verlangt Vera in ihrer Blogaktion

Mein Post dazu

- Enthält Werbung -

Ein Rezension, ein unterhaltsamer Leitfaden von Grayson Perry.

So titelt ein Buch, das im April auf den Markt kam. Als künstlerisch interessierter Mensch fragt,
beziehungsweise überlegt sich den thematisierten Inhalt bestimmt mancher Zeitgenosse,
behaupte ich einfach `mal!

Kitsch & Co. lassen mitunter zweifeln oder sogar verzweifeln.
Die kreierten Werke zu verstehen, ist oft nicht einfach zugänglich.

Für mich persönlich galt die andere Perspektive: Was kommt wie an?

Wer Kunst erstellt, möchte sich  nämlich selbst gerne verstanden wissen.

Warum?

Sein Erschaffenes zu zeigen ist ein gewisser Akt der Entblößung.

Es gehört buchstäblich eine gehörige Portion Mut dazu, seine Gefühle,
Gedanken aus dem Innersten malerisch beispielsweise auf die
Leinwand zu bannen und ein vielfaches an Chuzpe darüberhinaus,
ein Werk der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Dann habe ich einmal genauer die Frage beäugt und recherchiert.





So geht Kunst!

Ein amüsantes Buch vom englischen Künstler Grayson Perry, der sich dabei eingehend mit der Kunstszene mit dem Kunstmarkt, dem Geschmack der Kritiker und Käufer auseinandersetzt und selbst darin verflochten ist, wie er zugibt. Ein flüssig geschriebenes, schnell zu lesendes Buch, gerade recht jetzt für diese Sommerzeit - egal wie heiß es gerade draußen ist oder auch wenn es stürmt und regnet. Es liest sich sehr angenehm! Verrät pikante Details aus der Szene auf unterhaltsame Weise ohne mich nur eine Minute zu langweilen. "Beating the Bounds", lautet die Originalfassung und bedeutet folgendes:

"Beating the Bounds"  ist ein in England, Irland, Wales und Schottland teilweise bis heute praktiziertes Ritual, in dem die Grenzen einer Kirchengemeinde oder eines anderen mit Grenzsteinen markierten Gebietes abgeschritten und die Grenzsteine mit Stöcken oder Ästen geschlagen werden. Es findet traditionell während der Bitttage (englisch rogationtide) zwischen dem fünften Sonntag nach Ostern (Rogate) und Christi Himmelfahrt statt.
Quelle: Wikipedia

Meine Recherche im Hintergrund.

Der Ursprung des Kunstwerkes ist eine Abhandlung des Philosophen
Martin Heidegger aus den Jahren 1935–36, in welcher er sich mit der
Frage auseinandersetzt, was die Kunst als Kunst ausmacht.

Was die Kunst ist, soll also nicht durch wissenschaftliche Disziplinen wie
etwa die Psychologie erklärt werden, noch anhand soziologischer Ansätze,
welche die Rolle der Kunst in der Gesellschaft untersuchen.

Auch möchte Heidegger keine traditionell ästhetische Theorie der Kunst
geben, welche normative Maßstäbe dafür gibt, was als Kunst gelten
darf oder welche Kunst als ein Erlebnis für einen Betrachter
beschreibt bzw. gar an metaphysische Konzepte bindet.

Heidegger versucht anstatt dieser überzeitlichen Erklärungen das
Wesen der Kunst aus ihr selbst zu bestimmen, indem er sie
entschieden geschichtlich denkt. Dies geschieht anhand zweier
Thesen: Die erste lautet, im Kunstwerk habe sich
„die Wahrheit ins Werk gesetzt“, die zweite, das Wesen
der Kunst besteht in der „Stiftung der Wahrheit“,
die „Geschichte gründet“ Welt eine neue Dimension verleiht
und dieser zugleich mit der Erde einen Gegenbegriff erhält.

Gadamer erinnert sich, dass dies damals eine
„philosophische Sensation“ bedeutete.

Paradox der Hässlichkeit

Der Begriff Paradox der Hässlichkeit geht auf den Philosophen
Nelson Goodman zurück.

Es handelt sich um das Phänomen, dass Gegenstände und Kunstwerke,
die nach üblichen ästhetischen Maßstäben als „unschön“ oder „hässlich“
empfunden werden müssten, durchaus einen ästhetischen Reiz ausüben können.

Dieses Paradoxon zeigt sich in Ausdrücken wie „schaurig-schön“ sowie
in ästhetischen Urteilen wie: „Mir gefällt das Schräge in dieser Musik“
oder „Gerade die Brüche und Asymmetrien in dem Design gefallen mir“.

Das Paradox der Hässlichkeit beschreibt zugleich den umgekehrten Fall,
dass bestimmte Dinge, die sich durch bestimmte „schöne“ Merkmale
auszeichnen, als „kitschig“, „glatt“ oder „ästhetisch aufdringlich“
empfunden werden: „Sie sind zu schön, um (wirklich) schön zu sein“.

Andere Betrachtungsweisen beziehen sich auf Photographien schwerst
Behinderter oder Verstümmelter, Musik bar jedes Rhythmus‘ und viele
diverse Bücher und Filme, die mit der Schilderung erschreckender Szenarien
verstören sollen. Zunächst ist das Hässliche dabei als Gegensatz zum Schönen
zu betrachten, es ist verunsichernd, beunruhigend, störend, abstoßend und
chaotisch. Solche Assoziationen sind vererbt, teilweise werden sie auch
angeeignet. Als Musterbeispiel der operanten Konditionierung seien hier
Kriegsveteranen genannt, die Feuerwerk, welches schön ist, trotzdem
erschreckt und zusammenfahren lässt, da sie mit dem Knallen die
Schüsse aus ihrer Kriegszeit verbinden.

_______

Bewundern ist eine Kunst,
die wir lernen müssen.

Friedrich Max Müller
_______

Fazit.

Detailliert geht Perry also Schritt für Schritt entlang der Kunstzäune,
nimmt ketzerische teilweise kein Blatt vor den Mund und doch
dabei sachte an der Hand - teilweise unterstützen Comics die verschiedenen Kapitel - erklärt, versinnbildlicht, bringt "es" rüber, nämlich die Kunst!

Für dieses Buch gebe ich 6 von 7 Lesezeichen

Mein aktuellstes Aquarell...



Die Gerade

Es war eine Gerade,
die dachte: “Ach, wie schade,
dass ich so einsam bin!
So eine Parallele,
mit der fänd‘ ich als Stele
auch einen neuen Sinn.

Vielleicht, das wäre heiter,
wir fänden uns als Leiter
mit vielen kleinen Streben
und führten hoch hinauf,
des Früchte Erntens Lauf
im Kirschbaum zu erleben.“

So träumte die Gerade
auf ihrer Promenade
nur vor sich hin.
Den Kreis, der ihr Begleiter,
berührte sie kaum weiter,
Tangentensinn.

© Ingrid Herta Drewing, 2014

Dankeschön, liebe Dichterfreundin für dieses Gedicht.

Der Titel ist wieder auf die Webseite von Dichterei verlinkt,
 dort findet man weitere herrliche Gedichte!




Und ansonsten bei mir zuhause...


In der Zwischenzeit zeigt Fanny ihren Jagderfolg.

Nun wünsche ich allen einen wundervollen Wochenteiler

Heidrun

Kommentare:

  1. Dein Kunstwerk ist sehr schön und fröhlich.
    Ich bin mir nicht sicher, ob manche Künstler wirklich wissen, was sie malen oder zeichnen. Da geht es tiefer, um Gefühle und Befinden. Das könnte nicht jeder immer erkennen...es sei denn, die Tendenz ist aussagekräftig.
    Wenn ich ein Kunstwerk von meinen Kindern oder Enkelkindern erhalte und mich freue, dann warten sie auch darauf, ob man alles erkennt und das ist manchmal nicht einfach.
    Ich sage dann, dass es toll ist und das ist doch...lauthals kommt es dann...genau, das ist ein Drache.
    Schaue ich es mir genauer an, dann entdecke ich den Drache.
    Alles nicht so einfach mit der Kunst. 😉😊

    LG Mathilda ❤❤

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  2. Danke zunächst für Dein Kompliment! Für andere Künstler vermag ich natürlich nicht sprechen, was sie bewegt zum Beispiel Pfannkuchen an die Wand zu pinnen, wie es auf ARTE vorgestellt worden war. Pfannkuchen, die man dann im Verfaulen beobachten konnte. Nein, das ist so gar nicht mein Ding.

    Kinder in ihrem Schaffensdrang zu fördern, wie es wieder letzten Sonntag der Fall war, macht jedoch irrsinnig Freude. Daher verstehe ich auch so gut, die Begeisterung, wie Du sie schilderst bei den Bildern und Werken der Enkel. Sich darin zu vertiefen ist doch auch Lebensfreude pur...

    ...liebe Grüßle zurück

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  3. Liebe Heidrun,
    Eure Fanny ist ja direkt harmlos im Vergleich zu unserem Kater Karlo, der - wie Du denke ich weißt - nicht nur Mäuse und Vögel sondern sogar Hasen fängt ...
    Die Papierkunst gefällt mir und natürlich kenne ich den Spruch, den Du eingangs erwähnst sehr gut!
    Ich wünsche Dir noch eine schöne Woche :)
    Liebe Grüße, Rena
    www.dressedwithsoul.com

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    1. Kater Karlo? Es scheint nicht nur ein witziger Name zu sein, sondern auch ein richtiges Raubtier. Nun, während Fanny mit Schmetterlingen und Libellen daherkommt, fängt Luzie Mäuschen, Vögel und zwischendurch auch einmal einen Frosch aus dem nachbarlichen Teich. Hasen dagegen sind schon heftig! Was macht ihr dann mit dem Fang?
      Liebe Grüßle zurück

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  4. Hallo liebe Heidrun,
    ich denke jedes künstlerische Werk ist ein Unikat und somit nicht alltäglich. Mal abgesehen von all den Postern und Nachdrucken allseits bekannter Werke.
    Ich habe bei einem Schüler von Beuys gelernt und kenne schon einige Dinge bei denen man sich wirklich fragt, ist das Kunst oder kann es weg. So ähnlich wie die Raumpflegerin die Butterecke entfernte.
    Aber man sollte sowohl den Künstlern als auch den Betrachtern die Freiheit einräumen darüber selber zu entscheiden. Manchmal hilft auch ein wenig erklären, so wie Mathilda es mit ihren Enkeln erlebt und dann plötzlich auch den Drachen sieht.

    Ich freue mich sehr, dass du heute dabei warst und bedanke mich herzlich für diesen künstlerischen Post.

    Sei lieb gegrüßt von
    Arti

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    1. Oh, wie spannend, was ich von Dir erfahre! Beuys muss man mögen, der mit Sicherheit sich einem nicht unbedingt leicht erschließt. Trotzdem war er ohne Zweifel ein Wegbereiter in meinen Augen.

      Und er ist mir persönlich trotz der merkwürdigen Kreation der Fettecke sympathischer als beispielsweise Lüpertz, der sich hier in Augsburg richtig unbeliebt gemacht hat. Eine irre Geschichte, die bei Interesse hier nachgelesen werden kann:
      https://www.welt.de/print-welt/article444134/Augsburger-entschieden-gegen-Aphrodite-von-Markus-Luepertz.html

      Es war damals ein kleiner Skandal, der zeigt, wie unterschiedlich sich Menschen der Kunst nähern oder sie - wie hier in der Region erlebt - eben ablehnen.

      Ich sende herzliche Grüßle zurück, es hat mir Spaß gemacht!

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  5. Liebe Heidrun,

    dein kleines Kunstwerk ist schön geworden. Das Kinderbild mag ich sehr. Wenn Kinder malen, entstehen immer kleine Kunstwerke. Ich mag es aber, wenn man anschließend erkennt, was da dargestellt wird, aber keine Abstrakte Kunst.

    Ich sende dir ganz liebe Grüße
    Paula

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    1. Danke, freue mich über Deine Worte und sende herzliche Grüßle zurück

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  6. Liebe Heidrun,

    wie heißt es so schön? "Kunst ist, was gefällt!"
    Ich denke schon, dass ein Künstler mit seinem erschaffenen Werk sich selbst offenbart. Sehr oft spricht aus Bildern, Skulpturen etc. die Seele des Künstlers und je nachdem, wie wir selbst drauf sind, spricht uns das Kunstwerk an oder auch nicht.

    Kinder haben sehr viel Fantasie, die uns Erwachsenen oft abhanden gekommen ist. Ich kenne es auch von meinen Enkelkindern, die bei ihren Gemälden immer genau nachfragten, ob ich auch alles erkannt hätte. Na ja, das war nicht immer einfach, weil, wie gesagt, manchmal meine Fantasie dazu nicht ausreichte und sie kugelten sich immer vor Lachen, wenn ich mal total daneben lag.

    Liebe Pia,

    das ist ein ganz besonderer Weg, den du entlang gelaufen bist. Die Schautafeln finde ich super und bestimmt macht es Groß und Klein viel Freude, in diesem besonderen Bilderbuch zu lesen.

    Wie es sich für einen solchen Weg gehört, ließen die roten kleinen Füchslein nicht lange auf sich warten und du konntest so tolle Aufnahmen machen. Mir hat dein Beitrag sehr gefallen. :-)

    Liebe Grüße
    Christa

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    1. Die Offenheit von Kindern besticht mich selbst immer wieder. Es ist erfreulich erfrischend, wie ich's auch immer wieder in den Kursen meiner Papierwerkstatt erleben darf. Schön, dass Du das mit Deinen Enkelchen erleben kannst!

      Dagegen beobachte ich bei Erwachsenen mitunter eine deutliche Verkrampfung, eine Verkopfung, die darin mündet, dass der Kunstgenuss auf der Strecke bleibt. Meine Meinung ist, dass dies aber genauso eine Frage der Mentalität ist, da regional unterschiedlich meine Kunst reflektiert wird.

      Liebe Grüßle zurück

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  7. Liebe Heidrun,
    für deinen Post musste ich mir Zeit nehmen und hatte sie heute.
    Kunst, insbesondere Malerei, hat in unserem Leben einen festen Platz. Wir lieben es Ausstellungen zu besuchen, Künstler in ihren Ateliers aufzusuchen und auch Gemälde für unser Haus zu entdecken. Ich würde uns als "aufgeschlossen" beschreiben. Was wir aber nicht mögen, sind Werke mit einem langen "Beitext". Kunst muss sich nicht erklären, sie muss sich so erschließen, etwas aussagen. Das ist meine Meinung. Entsprechend habe ich auch wenig Zugang zu manch "modernem" "Werk". Kunst kommt von Können. Dabei muss es nicht zwingend gegenständlich bzw. "erkennbar" sein.
    Dein Aquarell kommt bei mir frisch und lebensfroh an - da braucht es auch keinen langen Text zu :-)
    Herzliche Grüße
    Renee

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    1. Dankeschön für Deine Meinung, Deine Stellungnahme! Das ist mir höchst willkommen. Prima, dass Du / Ihr aufgeschlossen der Kunst begegnet. Das ist durchaus keine Selbstverständlichkeit, aus meiner Sicht. Und gerne Kunstwerke besucht.

      Die erwähnten Beitexte möchte ich ein wenig relativieren. Es wird vom Publikum gefordert, so erlebte ich's bei meiner Vernissage und blieb es im Großen und Ganzen schuldig. Stattdessen bot ich den Dialog mit mir an, zu den verschiedenen Werken. Beitext kann interessant sein. Ich meine interessant, wenn er verständlich verfasst und kein hochtrabendes Kunstkauderwelsch daherbringt.

      Herzliche Grüßle zurück

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  8. Oh ja, es gefällt mir. Dein Bild ist fröhlich, farbig angenehm ... fein!
    Ich lese immer lang an Deinen Post, weil ich sie aufnehmen will. Du machst Dir so viel Mühe beim Schreiben, danke schön
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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    1. ...und auch Dir ganz lieben Dank für die reizenden Worte im Kommentar. Ja, es kostet Mühe und macht mir dabei großen Spaß, die wöchentlichen Posts zu schreiben, mit Bildern zu ergänzen. Aber besonders freue ich mich natürlich, wenn dies alles aufmerksam gelesen und - wie hier - im Kommentar gewürdigt wird!

      Danke auch für Dein Kompliment zu meinem Clown.

      Liebe Grüßle zurück

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  9. Jeder hat einen anderen Anspruch an Kunst und zum Glück wird jeder etwas finden, dass ihn berührt.
    Liebe Grüße!

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  10. Liebe Heidrun,
    ein toller Blogpost!
    Kunst ist so verschieden und vielfältig wie die Menschen selbst.
    Kein Mensch gleicht dem anderen und jeder drückt mit seiner eigenen Kreativität
    etwas ganz Besonderes und eigenes aus. Das finde ich am interessantesten an Kunst
    - diese Unterschiedlichkeit :-)
    Ganz viele liebe Grüße
    sendet dir die Urte

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...Danke für Deine netten Worte!
Ich freue mich über Deinen Kommentar und antworte gern, sobald es zeitlich klappt...